Rodin im Grand Palais, die Ausstellung zum 100. Todestag

Veröffentlicht auf 07.03.2017
Im Jahr 2017 wird anlässlich des 100. Todestags von Auguste Rodin, der als der Vater der modernen Bildhauerei gilt, eine große Ausstellung organisiert.
Rodin, masque de Camille Claudel
© Musée Rodin
Auguste Rodin, Masque de Camille Claudel et main gauche de Pierre de Wissant, vers 1895. Donation Rodin, 1916 © Musée Rodin

Im Pariser Grand Palais sind mehr als 200 Werke zu sehen, die den immensen Einfluss des Bildhauers auf die Künstler seiner Zeit belegen. Rodin integrierte „den Unfall“, das unvollendete Werk und die Teilfigur in sein künstlerisches Schaffen. Zahlreiche Künstler, von Bourdelle bis Anselm Kiefer, inspirieren sich an seinem Genie.

„Als ich zum ersten Mal Lehm sah, war mir, als stiege ich zum Himmel auf“, erzählte der Bildhauerlehrling, der im Alter von 14 Jahren in die Pariser Ecole Impériale de Dessin aufgenommen wurde, die so genannte „Petite École“, die Kunsthandwerker ausbildete. Sein Schicksal wendet sich an dem Tag, an dem er sich zum ersten Mal in der Modellierung versuchte. Von einem Ersten Preis in der Bildhauerkunst ermutigt, bewarb sich Rodin an der Pariser Kunsthochschule, der Ecole des Beaux-Arts, wurde aber dreimal abgewiesen. Nach seiner Rückkehr aus Italien wurden seine unvollendeten Figuren sofort bemerkt. Von da an verkehrte er während seiner gesamten Karriere mit den größten Künstlern, Schriftstellern und Intellektuellen seiner Zeit: Victor Hugo, Rainer Maria Rilke, Claude Monet …

„Schönheit ist überall. Nicht sie fehlt unseren Augen, sondern unsere Augen sehen oft an ihr vorbei“, sagte Rodin, der sich mehr für die Bewegung und für die Verdrehungen des Körpers als für seine Darstellung interessierte. Zu den im Grand Palais ausgestellten Skulpturen gehört auch Der Denker (1904). Rodins Name ist untrennbar mit dem der Bildhauerin Camille Claudel verbunden. Auguste Rodin war 43 Jahre alt, als er im Jahr 1884 auf der Suche nach Assistenten die Frau kennen lernte, die zu seiner Muse werden sollte. Die junge Frau mit dem kreativen Genie führte schwierige Teile von Rodins Skulpturen aus, wie die Hände und die Füße der Figuren des Tors zur Hölle. Die Bildhauerin kommt in dieser Ausstellung ebenfalls zu Ehren.

2017 ist das Rodin-Jahr: Die französischen Museen mobilisieren sich anlässlich des 100. Todestags von Rodin, um die Werke des Bildhauers in ihren Kollektionen herauszustellen. Abgesehen von seinen ehemaligen Ateliers in Paris und Meudon erweisen das Musée des Arts décoratifs in Paris, die Sammlungen in Aix-les-Bains, Lyon und anderen Städten dem Bildhauer eine Hommage. Das Event endet in der Woche des 17. November 2017 (dem Todestag Rodins) mit einer Rodin-Woche. Abgesehen vom öffentlichen Raum und von den Museen, in denen Rodins Werke ausgestellt sind, ist das Werk Rodins über zwei Objekte für alle zugänglich: das 2-Euro-Stück der staatlichen Münzprägeanstalt Monnaie de Paris, in das der „Denker“ und ein Porträt von Rodin geprägt sind, und die von der französischen Post herausgegebene  Briefmarke mit dem „Kuss“ von Rodin.

In den Schulferien bietet das Rodin-Museum zwei Kinder-Parcours an, für 7- bis 9-jährige und für 10- bis 13-Jährige – damit die Kids ihren Eltern alles über den „Kuss“ von Rodin erzählen können!

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