Karel Appel : Die Kunst ist ein Fest im Musée d’art moderne de la Ville de Paris

Veröffentlicht auf 03.04.2017
Der Niederländer Karel Appel ist bekannt dafür, ein Mitbegründer der Künstlergruppe CoBrA gewesen zu sein. Im Museum für Moderne Kunst der Stadt Paris ist bis zum 20. August eine Retrospektive seines farbenfrohen Werks zu sehen.
© Karel Appel Foundation / ADAGP, Paris 2017
La Chute du cheval dans l’espace silencieux, 2000
Musée d'Art moderne de la Ville de Paris

„Eine außergewöhnliche Schenkung von 17 Gemälden und 4 Skulpturen der Karel Appel Foundation in Amsterdam hat diese Ausstellung ermöglicht“, erklärt Ausstellungskommissarin Choghakate Kazarian. Die Ausstellung, die bis zum 20. August im Musée d’art moderne de la Ville de Paris zu sehen ist, präsentiert mehrere wichtige Werke des Künstlers wie das Psychopathologische Notizbuch sowie Keramikskulpturen aus den 1950er Jahren. Der Ausstellungsparcours wird mit großen Installationen aus den 1970er und 1990er Jahren fortgesetzt und endet mit einem unbekannten, testamentarisch anmutenden Gemälde, das der Künstler kurz vor seinem Tod im Alter von 85 Jahren im Jahr 2006 schuf.

Der Name Karel Appel ist untrennbar mit der 1948 in Paris gegründeten Künstlergruppe CoBrA verbunden. CoBrA ist das Akronym aus Copenhagen, Brussels und Amsterdam, also den Geburtsstädten der Mitbegründer der Gruppe wie dem Dänen Asger Jorn. Appels Werk wurde von Kunstkritikern wie Michel Ragon oder Michel Tapié aktiv unterstützt. Der Letztere sah in Appels Werk das europäische Gegenstück zum amerikanischen abstrakten Expressionismus, den insbesondere Jackson Pollock verkörperte.

Kunst muss spontan sein, einer inneren Notwendigkeit entspringen“, sagte der Künstler. Er lehnte etablierte Werke ab und schlug einen Neuanfang vor, von Konventionen befreit und sich zur Spontaneität des Naiven bekennend. Nach einer Übergangszeit in den 1970er Jahren, in der sich Appel der abstrakten Malerei annäherte, kehrte er in den 1980er Jahren wieder zum Figurativen zurück. Dieser Zeit wird in der Ausstellung mit einer Reihe großer Polypticha gedacht. Es sind auch Skulpturen, Assemblagen der Künstlergruppe CoBrA und riesige barocke Installationen zu sehen, die in ihrer Verspieltheit ein Pendant zur mitreißenden Energie der Gemälde bilden.

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